Zeilentrafos (Flybacks)

Hochspannung
// 5 Dezember 2015
NE555 Zerhacker

Zeilentrafos (Flybacks) sind Hochspannungstransformatoren, die früher in alten Fernsehgeräten/PC Monitoren verbaut wurden. Es gibt zwei Typen von Zeilentrafos: 1. Die Diodensplittrafos (kurz DST) liefern eine Gleichspannung, dessen Spannung je nach Ansteuerung, Eingangsspannung etc. entsprechend hoch ist. 2. Die AC Zeilentrafos findet man nur noch in besonders alten Fernsehern in Begleitung einer Hochspannungskaskade. Sie liefern wie der Name AC schon sagt eine Wechselspannung, welche nicht sehr hoch ist. Zeilentrafos gibt es in ganz unterschiedlichen Größen, wie man auf dem Bild sehr schön erkennen kann. Übrigens sind das beides Diodensplittrafos. AC Trafos hatte ich leider nicht mehr, da sie relativ schwer zu bekommen sind. Trotzdem findet man z.B. bei Ebay manchmal relativ gute Angebote. Einen noch ganz wichtigen Punkt muss ich sagen: Wenn ihr mit DST’s experimentiert, achtet darauf, dass ihr keinesfalls einen Stromschlag bekommt. Dieses könnte sehr schmerzhaft werden.

Zeilentrafo

So, jetzt könnte man sich ja fragen: Wie bekommt man aus den Trafos Hochspannung raus? Wie Ihr sicher wisst, kann man Transformatoren an sich nur mit einer Wechselspannung betreiben. So wie z.B. ein MOT. Wenn wir also ein DST an eine Wechselspannungsquelle anschließen würden (50Hz), würde der DST nur leicht brummen, heiß werden etc. Von einer Entladung ist jedoch nichts zu sehen. Deswegen gibt es die Zeilentrafoansteuerungen. Man hat eine bestimmte Schaltung, an die man eine Gleichstromquelle anschließt. Diese Schaltung erzeugt eine Frequenz von einigen kHZ. Diese Frequenz wird durch einen „Verstärker“ verstärkt und an die Primärspule des Zeilentrafos angeschlossen. Jetzt wird die Frage entstehen: Wo ist denn die Primärspule? Ja, das ist eine gute Frage. Auf der Unterseite des Zeilentrafos sind viele Pins. Mit einem Multimeter könnt Ihr jeweils zwischen 2 Pins den Widerstand messen. Beträgt der ca. 0,2-2 Ohm so kann man an die zwei Pins die Ansteuerung anschließen. Aber Achtung! Einer der Pins ist auch das Ende der Sekundärspule, also liegt an ihm dann die Hochspannung an. Die zweite Möglichkeit wäre, dass man um den Ferritkern selbst eine Primärspule wickelt, was in den meisten Fällen effizienter ist. Dazu nehmt Ihr Euch einen relativ dicken Draht und wickelt ihn je nach Ansteuerung um den Ferritkern herum.

Jetzt kommen wir zu den Ansteuerungen. Ich liste einfach hier ein paar Schaltungen auf. Jede dieser Schaltungen wurde von mir getestet und funktionieren somit. Grundvorraussetzung ist allerdings natürlich, dass Ihr die Schaltungen auf eine Platine löten könnt…Dies ist aber gut machbar.

Schaltung 1: ZVS (Zero Voltage Switching)

Die ZVS ist wohl eine der besten und leistungsstärksten Ansteuerungen. Man sollte sie keinesfalls unterschätzen, denn in Kombination mit einem Zeilentrafo können relativ gefährliche Spannungen entstehen. Man kann die Schaltung von 5-40 Volt betreiben und sie zieht gerne mal 15 Ampere. Die Leitungen sollten relativ kurz gehalten werden und schon etwas dicker sein. Hier ist der

Schaltplan:

ZVS Ansteuerung

Aufbau auf Platine:

ZVS

Die Bauteile sollten alles Leistungsteile sein, da die Schaltung in Extremfällen bis zu 1 Kilowatt leisten kann. Ihr müsst nicht unbedingt ein Irfp 250 nehmen. Andere Mosfets machen es auch gut.

Jetzt kommen wir zu den Entladungen. Die Entladungen sind je nach Zeilentrafo dementsprechend lang. Allerdings beträgt der Output „nur“ ca. 20 Kilovolt. Das würde heißen, dass man eine 2 cm Entladung hätte. Wenn wir nun einen Lichtbogen zünden, so zündet dieser bei z.B. 2cm. Da wir aber einen hohen Strom haben können wir den Lichtbogen in die Länge ziehen.

Hier ist mal ein Bild einer Jacobsleiter, welche von einem Diodensplittrafo betrieben wird. Das Prinzip ist einfach, die Lichtbögen steigen durch ihre Hitze nach oben.

DST ZVS JACOBSLEITER

Im nächsten Bild wurde ein AC Zeilentrafo genutzt. Nur warum ist der Lichtbogen gelb? Dies liegt ganz einfach daran, dass an der unteren Elektrode Natriumchlorid ( Kochsalz) ist. Dadurch werden die Entladung sogar doppelt so lang.

DST ZVS

Schaltung 2: NE555 Zerhacker

Ja der gute alte NE555. Diese Schaltung wird sehr Vielen bekannt sein. Der Aufbau ist einfach und man hat am Ende gute Resultate. Wie auch die ZVS sollte man die Schaltung nicht unterschätzen, da sie einen nicht so hohen Strom, aber eine sehr hohe Spannung bis zu 60 Kilovolt liefern kann. Gerade in Kombination mit einer Leidener-Flasche entstehen gefährliche Ladungen. Die Schaltung wird von zwei Spannungsquellen betrieben. Mit einem 9 Volt Block betreibt man den Ne555, der eine Frequenz erzeugt, mit einem Netzteil (12-20 Volt) den Mosfet, der die Frequenz verstärkt. Minuspol des 9 Volt Blocks und des Netzteils werden verbunden. Pin 3 des Mosfets kommt an den Minuspol. Von Pin 2 geht man zu einer selbstgewickelten Primärspule und von dem anderen Ende der selbstgewickelten Primärspule zum Pluspol des Netzteils.

Schaltplan :

 Ne55 Zerhacker

Schaltung 3: Ne555 Ansteuerung by Teslaundmehr

Und noch eine von vielen Ansteuerungen mit einem Ne555. Diese Schaltung arbeitet mit einem Tastgrad von 50:50, an sonsten gibt es keine weiteren Unterschiede.

Unbenannt

Schaltung 4: Ne555 Ansteuerung

Und noch eine sehr einfache, dieses Mal dient ein Transistor als Verstärker.

Unbenannt

Categories
Hochspannung

Powered by themekiller.com anime4online.com animextoon.com apk4phone.com tengag.com moviekillers.com